Sonntagsgespräche
„Sonntagsgespräche“ ist ein Podcast der Pfarre Raum Wels. Wir sprechen über persönliche Glaubenserfahrungen, über das Evangelium vom Sonntag und über das Christ sein im Alltag mit „ganz gewöhnlichen“ Menschen aus unserem Pfarrgebiet.
Team: Birgit Poimer (Seelsorgerin) führt die Gespräche und Jakob Felbermair ist für Schnitt und Technik verantwortlich.
Sonntagsgespräche
Berufung leben - Dem Inneren Ruf folgen
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Wer bin ich und wozu bin ich berufen? Fragen, die vor allem junge Menschen beschäftigen, die uns aber alle unser ganzes Leben lang begleiten und immer wieder neu gestellt werden müssen. Wie wir unsere Berufung finden und erkennen können, diskutieren wir in diesem Podcast mit Laura Wolfsgruber und Jakob Felbermair, 2 jungen Menschen, die dazu einiges zu erzählen haben.
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Ein Podcast der Pfarre Raum Wels
Host: Birgit Poimer, Schnitt: Felbermair Jakob
Wer bin ich und wozu bin ich berufen? Fragen, die vor allem für junge Menschen elementar sind, die uns aber unser ganzes Leben lang begleiten. Denn immer wieder geht es darum, das zu entfalten, was in unseren Möglichkeiten und Fähigkeiten grundgelegt ist. Aber auch darum, den tieferen Sinn unseres Lebens zu entdecken. Diesen Fragen wollen wir heute nachgehen und dazu einen Blick auf die Aussendungsrede Jesu im Matthäuse-Evangelium werfen. Ich bin Birgit Pollmer und das sind die Sonntagsgespräche, ein Podcast der Pfarrer Raumfels. Heute bei mir zu Gast Jakob Felbermeier und Laura Wolfsgruber. Lieber Jakob, liebe Laura, schön, dass ihr da seid.
SPEAKER_02Danke, dass wir da sein dürfen.
Birgit PoimerJa, Jakob, ich beginne bei dir. Du bist auch der Editor dieses Podcastes und hast schon viele Stunden investiert beim Schneiden und sozusagen das Ganze online zu bringen. Du bist 20 Jahre alt. Du bist quasi gerade am Durstarten, was deine Berufung, deinen Beruf betrifft. Du beginnst im Herbst dein Studium im Bereich der Pflege, du arbeitest jetzt beim Roten Kreuz, bist dort quasi nach dem Zivildienst hängen geblieben, bist auch noch sehr engagiert hier in der Pfarre, auch im Musikverein. Ja, so meine Frage an dich. Hast du schon darüber nachgedacht, was deine Berufung ist und hast du darauf auch schon eine Antwort gefunden?
SPEAKER_00Also, ich habe im Zivildienst eigentlich gemerkt, dass ich was mit den Menschen machen will. Ich war vorher eher im Bereich Informatik unterwegs, ein der Schwede. Da habe ich auch das Informatik WPG gemacht. Das hat mir immer sehr gefallen. Deswegen habe ich dann, ich wollte dort vorher Informatik studieren. Während des Zivildienst haben wir dann vielleicht auch eher Richtung ein bisschen was mit Menschen. Also Medical Engineering auf der JC in Linz. Nach dem ersten Semester habe ich es abgebrochen. Dann bin ich ziemlich viel beim Wohn ganz auf Freiwillig gefahren, vorher auch schon. Und dann bin ich eben zu meiner Berufsvertretung gekommen, die habe ich jetzt noch bis August und dann im September statt mit dem Studium Pfegger. Weil ich einfach gemerkt habe, mir hat das mit Menschen gefällt im Studium.
SPEAKER_03Okay.
SPEAKER_00Das hat mir einfach gefallen.
Birgit PoimerOkay, wenn du sagst, du möchtest mit Menschen arbeiten, was ist es da, wo du sagst, das möchte ich gern machen, das ist, wer mir ein Anliegen geht es da darum, Menschen zu unterstützen oder eher die Gemeinschaft zu erleben oder in eine bestimmte Richtung. Was ist es da, was dich anspricht?
SPEAKER_00Es ist eine Mischung, also es ist Menschen unterstützen, helfen, die Gemeinschaft miteinander, die Gespräche, die Empathie, einfach die Mischung von großen kommen.
Birgit PoimerDa hast du das Gefühl, du bekommst was zurück und du kannst was geben.
SPEAKER_00Genau, da habe ich das Gefühl, da gehe ich einfach auf.
Birgit PoimerSchön. Ja, zum Bereich, zum Thema, da gehe ich einfach auf. Das ist ja eine Erfahrung, die wir so machen, wenn uns etwas Freude bereitet, wenn wir das Gefühl haben, es liegt uns etwas, dann kommt es ganz natürlich. Ich glaube, da sind wir schon auf einer guten Spur, was die Berufung auch betrifft.
SPEAKER_02Also wenn ich kurz sagen, wir kennen Jan Jakob schon lang, also wir kennen uns schon lange. Und wie wir im Wirtschaftsstudium angefangen haben, sind wir gemeinsam auf die Uni gefahren. Und dann habe ich ihn halt ab und zu gefragt, und was hast du gemacht? Dann hat er halt grob gesagt, was er gemacht hat im Studium, sage ich jetzt mal. Und sobald aber um das Thema Rotkreuz gegangen ist, da ist er halt aufgeblüht und hat halt erzählt und könnte Stunden drüber reden. Und darum haben wir ja immer gesagt, also haben wir gesagt, wie er gesagt hat, nein, er möchte vielleicht im Bereich der Pflege, habe ich gesagt, das ist das Uinasier, also das wird sicher gut passen.
Birgit PoimerAh, für schön. Das heißt, das war auch für dich, es war von außen eigentlich schon spürbar, wo so sein Weg hingeht. Das heißt, das ist auch irgendwie, man kann auch ein bisschen darauf schauen, ist es erkennbar für andere, ob ich meiner Berufung auf der Spur bin oder nicht. Ja, schön. Ein guter Hinweis. Laura, bei dir ist es ein bisschen anders. Du bist tatsächlich in Richtung Wirtschaft unterwegs, du bist 23 Jahre alt, bist mitten in deinem Wirtschaftsstudium, du bist aber auch schon Jungunternehmerin. Dein Vater hat eine Steuerberatungskanzlei, wo du eigentlich voll mitarbeitest. Und darüber hinaus bist du hier in der Pfarre mehr oder weniger omnipräsent, also sehr engagiert in ganz unterschiedlichen Bereichen. Wie ist das bei dir? Hast du so quasi dahingehend in den Fußstab von deines Vaters zu treten? Ist das für dich deine Berufung oder gibt es da auch was anderes?
SPEAKER_02Ja, also seitdem ich denken, ist natürlich unsere Firma schon im Vordergrund, sage ich jetzt schon offen und ehrlich. Aber mir macht es extrem viel Spaß. Es ist jeden Tag was Neues, unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, das ist einfach eine Freude, wenn ich da jeden Tag, also ich wohne ja direkt neben der Firma und rübergehen kann und mit denen einfach mehr Zeit verbringen kann. Und ich merke es immer wieder, wie glücklich, dass ich einfach bin, wenn ich der Firma bin. Und auch mit unseren Klienten. Es ist jeden Tag was Neues, also es wird nie Fahrt. Und natürlich gibt es Tage, wo ich die ärgern muss, sage ich jetzt einmal, aber die Freude überwiegt. Und ja, das ist das Schöne. Und die Pfarre ist wieder ein bisschen ausgleich, sage ich, weil ich sehr viel mit jungen Menschen in der Pfarre eigentlich zum Tag habe, mit den jungsten Kindern. Sternsinger ist mein absolutes Highlight von jedem Jahr. Und deswegen ist das so ein guter Ausgleich, sage ich jetzt einmal.
Birgit PoimerOkay, sehr schön. Das heißt, du sagst gerade gut formuliert. Du bist glücklich, wenn du da hineingehst, ist ein guter Wegweiser oder guter Hinweis, dass es das Richtige ist. Ja, das wäre auch so meine nächste Frage gewesen. Woran, glaubt ihr, kann man erkennen, wozu man berufen ist? Das eine habe ich jetzt gehört über Freude, Glück, auch so dieses, wie wirkt es nach außen? Haben Sie da sonst vielleicht noch was, wo du sagst, das wäre.
SPEAKER_00Vielleicht ein bisschen das Gefühl der Erfüllung.
SPEAKER_02Ja, genau. Ich würde gerade sagen, sicher ist, man am Abend erschöpft, wenn man heimkommt, aber man ist einfach mit Freude. Ja, genau. Also man ist einfach glücklich, wenn man das erledigt hat und dann freuen wir sie auf den nächsten Talk schon wieder.
Birgit PoimerVoll schön, voll schön. Ja, ich möchte mit euch ein bisschen heute hinschauen zu der Aussendungsrede Jesu, die wir im Matthäusevangelium Kapitel 9, 35 bis Kapitel 10, 8 finden. Und zwar erteilt Jesus seinen Jüngern, also jenen, die ihm nachfolgen, einen Auftrag. Er gibt ihnen also eine Berufung. Er formuliert seinen Auftrag folgendermaßen. Sie sind eigentlich in vier Punkte unterteilt. Das erste ist, dass der Auftrag ist, das Reich Gottes zu verkünden. Das zweite ist, dass das bedeutet, Nähe, Liebe und Fürsorge für die Menschen auch wirklich erlebbar zu machen. Das dritte ist, was er sagt, dazu braucht es Teams, also Gemeinschaft. Und das vierte, was er sagt, ist die Furchtlosigkeit und Durchhaltevermögen, die man dazu braucht. Denn es kann auch Widerstände und Schwierigkeiten geben. Ich möchte diese vier wesentlichen Punkte des Auftrags Jesu gerne mit euch ein bisschen diskutieren und schauen, wie ihr das in eurem Leben erlebt. Der Auftrag Jesu ist also klar, die Jünger sollen das Gottesreich bringen und verkünden, indem sie stärken, gesund machen, Liebe, Licht in die Welt bringen. Es geht also nicht um ein Reich im weltlichen Sinne beim Reich Gottes, sondern es geht vielmehr darum, dass Menschen mit der Liebe, mit Nähe, mit Fürsorge, mit Freude in Kontakt kommen. And dazu braucht es natürlich auch Menschen, die das vermitteln. Spill dieser Gedanke, so in eurem Berufsleben, eine Rolle? Wie kann ich so Licht, Liebe, Freundlichkeit, was Positives in die Welt bringen? Wie habt ihr das Gefühl, könnt ihr das in eurem konkreten Berufsfeld umsetzen? Lauriel, fang vielleicht bei dir an.
SPEAKER_02Es denkt jeder bei der Steuerberatung, so geht es mal nur mit Zahlen und so, aber eigentlich haben wir großteils mit Menschen auch zu tun und müssen da auch sehr viel Empathie aufzeigen und gegenseitiges Verständnis eben. Und deswegen finde ich, dass da schon sehr viel Empathie, Fürsorge gegenseitig und einfach ein gegenseitiges Vertrauen in irgendeiner Hinsicht eine wichtige Rolle ist.
Birgit PoimerDas heißt, es geht immer eigentlich darum, dass man den Menschen was Gutes tut und das kann man auch in einen Steuerberater machen sozusagen. Die meisten glauben es halt, aber es funktioniert. Bei dir ist es vielleicht ein bisschen aufgelegter, weil man in der Pflege ist, aber auch da denke ich, ist es nicht selbstverständlich. Wie siehst du das?
SPEAKER_00Ja, ich finde, das macht man einfach mit der Empathie, mit dem Zuhören, im Gespräch mit dem Leute, dass man einfach auch, wenn er sagt, vielleicht ein bisschen ein Mitgefühl etc. Also es ist natürlich beim Rundkrat und in der Pflege aufgelegt als in der Steuerberatung definitiv, aber es ist auch immer einfach, dass man freundlich zu dir Leib bleibt, dass man Verständnis sagt.
Birgit PoimerJesus sagt auch, sie geht immer zu zweit oder geht in einer Gruppe. Also er schickt eigentlich niemanden alleine los. Das heißt für mich, es ist eben offenbar klar, dass wir uns in der Gemeinschaft leichter tun. Du hast es schon angesprochen, Jakob, diese Gemeinschaft, dass du das sehr suchst und dass dich das stärkt. Wie wichtig ist das jetzt in der Arbeit? Wie sehr erlebst du das, dass du getragen wirst von dieser Gemeinschaft oder ist es doch so, dass man dann in der Arbeit alleine ist?
SPEAKER_00Also wir sind beim Ronenkreuzjahr am Auto immer zu zweit unterwegs. Also wir haben immer beim zweiten dabei, manchmal sind wir zu dritt unterwegs. Und es ist einfach, man versteht sich untereinander, hat seine Kader miteinander. Und auch auf der Nacht oder zwischendurch sitzt man auf der Station und da hat man mit den anderen dann genauso sehr geil. Wir spielen teilweise Gemeinschaftsspieler, schauen gemeinsam fern, Fußball, solche Sachen. Gestern haben wir es hochfest gehabt beim Ronkreuz und solche Sachen.
Birgit PoimerAlso beim Roten Kreuz wird die Gemeinschaft sehr, sehr hoch geschrieben. Die sind sehr jesuanisch unterwegs sozusagen. Ich stelle mir auch vor, ihr habt vermutlich manchmal keine so leichten Fahrten. Definitiv. Und hast du das schon erlebt, dass du auch schwierige Einsätze hattest und wie das dann untereinander verbindet oder wie man sich da dann gegenseitig hilft und stützt, um die Schwere, die man da sieht, auch verarbeiten zu können?
SPEAKER_00Also es stärkt definitiv die Verbindung zu den Kollegen, wenn man solche Sachen hat. Es ist aber generell einfach auch die gemeinsame Freude am Tun. Also wenn man solche schwierigen Sachen hat, wir setzen sie nachher eigentlich immer zum Reden darüber. Manchmal auch mit Leuten, die vielleicht extern das, vielleicht einen Anblick drauf kriegen und was dazu sagen können. Wir reden eigentlich dann über die Sachen und das stärkt dann auch.
Birgit PoimerDas heißt, das wird auch keinem alleine zugemutet.
SPEAKER_00Genau. Es gibt da vom Roten Kreis die Option, da gibt es quasi extra geschuldes Personal für das eigene Personal vom Roten Kreuz, die dann quasi genau für das da sind, das mit der Gesprächsführung etc.
Birgit PoimerLaura, wie ist das bei dir? Bist du da das Gefühl, du bist auf weiten Strecken alleine oder wie ist das bei euch im Büro? Das Thema Gemeinschaft, sich gegenseitig helfen? Ich kann mir vorstellen, ihr habt auch schwierige Zeiten. Das ist vielleicht manchmal, wenn es richtig stressig ist oder wenn es Kunden gibt, die nicht so einfach sind. Oder man vielleicht auch, kriegt man einiges ab auf, denke ich mir.
SPEAKER_02Also wir haben zwölf Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eben und ich sage ja immer, wir sind eine sehr familiäre Kanzlei, weil eben der Papa der Chef ist, Mama ist einem Sekretariat und ich bin eben auch da. Und weil du zuerst gesagt hast, ihr schaut es Fußball gemeinsam bei der WM haben wir auch zweimal Public Viewing gemacht in der Firma, einmal in der Frühjahr, einmal in der Früh beim Spiel um sechs Uhr und einmal am Abend eben. Da haben wir dann Pizza gemacht miteinander. Also wir leben, sage ich jetzt einmal, in unserer Kanzlei sehr viel Gemeinschaft und auch sehr familiär, sage ich jetzt einmal. Also wir reden auch über private Themen, sage ich jetzt einmal. Und für mich ist jeder einzelne Mitarbeiter von uns irgendwie eine wichtige Versuchsperson mittlerweile für mich geworden, weil du verbringst natürlich die meiste Zeit mit denen. Und da finde ich, da gehört schon ein gegenseitiges Vertrauen, wie ich vorher schon gesagt habe. Aber einfach, dass man sie aufeinander abstimmt, sage ich jetzt einmal. Und wenn die Person was über mich weiß, finde ich, dann kann sie sie auf mich einstimmen und so. Und kann sie sie ja richtig unter Anführungszeichen verhalten gegenüber mir. Und deswegen, und wir gingen auch mit ihnen an, einmal im Quartal gingen wir eigentlich immer essen miteinander. Dann gibt es natürlich eine Weihnachtsfeier und so. Und ja, vielleicht schafft man mal einen Wandeltag, was wir jetzt schon seit zwei Jahren reden. Oder Skifahren einmal. Aber wir schauen da schon sehr, dass das alles so familiär ist und mittags. Also jetzt haben wir ein neues Büro eben und in der Mittagspause sitzen wir jetzt da oft bei einer gemeinsam und essen miteinander. Also das ist schon immer sehr schön.
Birgit PoimerDas heißt, ihr schaut das für Gemeinschaft da, wo dann auch vielleicht besprochen wird oder besprochen werden kann, wenn jemand einmal sagt, ich habe da Schwierigkeiten oder ich komme da nicht weiter oder für mich war es gerade unangenehm oder ich brauche da bitte Unterstützung. Ist das auch, wird das auch angesprochen?
SPEAKER_02Teilweise, teilweise auch nicht. Aber natürlich fachliche Themen gibt es auch immer natürlich, das ist in der großen Runde und dann so persönliche Dinge redet man eigentlich dann immer mit den Mitarbeitern so. Aber das ergibt sich natürlich dann. Also es wird keiner gezwungen, dass er so in diese Familie hineinweg zu sage ich es einmal, aber die meisten nehmen es eigentlich gut an.
Birgit PoimerWie erlebt ihr das Thema Gemeinschaft hier in der Pfarre? Ist das auch was, was ihr als Angenehmer erlebt oder habt ihr das Gefühl, da braucht es mehr an Gemeinschaft? Wo seht ihr so euren Auftrag so in der Pfarre? Also wo habt ihr das gefühlt? Und das ist so, das ist das, was ich da machen möchte.
SPEAKER_02Ich sehe mich eben ganz stark wie vorher schon erwähnt bei den Kindern eigentlich. Und deswegen, also mit den Kindern habe ich einfach mehr Glästefrei. Das merke ich einfach auch im privaten Umfeld, wenn ich mit meinem Patenkind oder mit den anderen Kindern aus der Verwandtschaft was da kann, da bin ich einfach erfüllt und einfach glücklich. Und ich finde, man kann von Kindern so viel lernen als Erwachseneperson. Sicher bin ich auch noch jung, aber ich finde trotzdem von so Kindern, da lernt man einfach ganz anders. Und das macht mir Freude. Aber so finde ich, wir sind eine große Gemeinschaft, finde ich, bei uns in der Pfarre natürlich. Und da gibt es ja oft Meinungsverschiedenheiten, sage ich jetzt einmal. Aber im Großen und Ganzen fühle ich mich sehr wohl. Und das sage ich immer wieder, wenn man fragt, was tust du in der Kirche oder warum bist du bei der Kirche und so, dann sage ich immer, mir geht es da sehr viel um die Gemeinschaft, eben was wir erleben. Und genau.
Birgit PoimerWie ist das für euch? Es sind ja jetzt im Prinzip, ist es trotzdem so, es sind mehr ältere Personen da. Ist das was, wo ihr sagt, schade, also es wäre schön, wenn wir junge wären oder erlebt sie euch trotzdem gut aufgehoben in dieser großen Gemeinschaft, auch von vielen Älteren. Wie erlebt ihr das als?
SPEAKER_00Ich muss sagen, es war natürlich schon, wenn mehr junge Leute in der Kirche warten. Aber es stört mich ja nicht. Also es ist trotzdem, ich fühle mich gut aufgehoben, ich verstehe mich mit den Leute gut. Es ist eine gute Gemeinschaft einfach.
SPEAKER_02Nachdem ich in der Pfarrer aufgewachsen bin, kenne ich ja die ganzen Geschichte und leide eben auch schon. Und ich sitze sehr oft beim Ministrieren da und denke mir, wenn die leider mal nicht mehr sind, dann fehlt auch was. Das hat seine Berechtigung, dass die auch alle noch da sind und hoffentlich auch noch lange da sind. Und dann sicher, wie der Jakob zuerst gesagt hat, war es schwer, dass mehr Junge da warten, aber zwinger kann man leider nicht. Und du probierst der auch immer alles und auch alle anderen probieren, dass Jugendliche auch motivieren können und so, aber man sieht es ja selber, wie die Generation leider Gottes mittlerweile ist. Und deswegen ist es sehr schwierig, dass man da junge Leute neu integriert, sage ich jetzt einmal.
Birgit PoimerDu sagst die Generation, aber es ist natürlich eure Generation. Was erlebst du denn da an Unterschieden zwischen dir oder zwischen euch und anderen, wenn du sagst, okay, was ist sozusagen für andere interessant?
SPEAKER_02Für mich war das Highlight von einer Woche neben der Schule eben die Jungscher, sage ich jetzt einmal. Also da habe ich mich drauf gefreut. Und meine Schwester ist sieben Jahre jünger wie eben und die hat halt ihre anderen Aktivitäten gehabt, sage ich jetzt einmal. Und also ich sehe das so, dass einfach zurzeit schon so viel Angebot da ist, was man machen kann, dass die Kirche nicht mehr Priorität ist, sage ich jetzt einmal. Und ich sage auch immer gern, wenn die Eltern das nicht vorleben oder Großeltern, dann wird es ja sehr schwierig für die Kinder, dass da hineinwachsen. Ja, definitiv.
SPEAKER_00Das ist ja eben die Zwischengeneration, weil sie in der Kirchenfeuer und nicht mehr. Dadurch kommen die Jungen nicht auch nicht zu. Weil ich merke draußen schon auch oft, dass trotzdem der Glaube da ist. Genau. Und das dann halt daheim verbieten, aber sie gehen halt nicht in die Kirche.
Birgit PoimerIhr habt jetzt gerade etwas angesprochen, was ich auch tatsächlich als Schwierig immer erlebe, nämlich dass junge Menschen heute zum Teil einfach gar nicht mehr wissen, was sie machen sollen. Dass sie eben mit diesen vielen Optionen, die du angesprochen hast, zum Teil eigentlich überfordert sind. Es fehlt offensichtlich ein bisschen an Orientierung und ich finde auch die Erwartungen an die junge Generation, die scheinen irgendwie immer größer zu werden. Hättet ihr einen Rat für junge Menschen, die vielleicht auf der Suche sind nach ihrer Berufung, die sagen, ich weiß eigentlich nicht genau, was ich machen soll, wo mein Platz ist, wo ich hingehöre. Habt ihr da irgendetwas, wo ihr sagt, fang doch mal so an?
SPEAKER_00Ich hätte gesagt, durchprobieren. Also mit den Sachen einfach mit was anfangen, wenn es nicht gefällt, nein zufangen, bis man das nicht was. Das Richtige ist.
Birgit PoimerOkay, du sagst einfach einmal anfangen, sozusagen. Wenn ich es nicht weiß, ich muss noch nicht in 10 Jahren denken, nicht in 20 Jahren, sondern ich mache mal den ersten Schritt und schaue nicht davor zurück, auch zu sagen, das war es jetzt nicht. Und gehe zurück und suche was anderes.
SPEAKER_02Schwierig, sage ich jetzt einmal, weil ich habe das Glück gehabt, dass ich eigentlich schon sehr bald gewusst habe, was für einen Weg ich gehen will und auch den Weg jetzt gehe. Aber ja, ich stimme da in Jakob schon zu, dass man einfach ausprobieren, man muss sehr ausprobieren, weil sonst weiß man es nicht, ob es funktioniert oder nicht eben. Und man muss sie einfach trauen, finde ich.
Birgit PoimerDas heißt, für dich war es immer schon klar irgendwie. Vielleicht gibt es auch, ich denke oft, vielleicht ist es auch für andere Leute schon klar, aber man geht dem nicht nach. Also man sagt ja so immer so, das, was man so als Zwölfjähriger, 13-Jähriger werden möchte, das ist so meist das, was eigentlich.
SPEAKER_02Das wäre Tier jetzt den beim Erquemin. Man sagt trotzdem Kindergärtnerin mit Kindern und so und das mache ich jetzt in meiner Freizeit, sage ich jetzt einmal. Aber was mein Papa immer gesagt hat, wir haben mit der Schule so einen Fähigkeitsdest gemacht, sage ich jetzt einmal. Und da war das rausgekommen, da müssen wir immer schmunzeln, eben auch mit das Soziale und auch mit das Wirtschaftliche bei mir. Und dann hat er halt, das war ich in der Hauptschule, so mit 13, 14, hat er eben gesagt, das ist die perfekte Grundlage für die Stadt. Weil du brauchst das Wirtschaftliche, aber natürlich auch das Soziale. Und dann bin ich, und die Hack hat meinem, also ich bin in die Hack in Lambach gegangen und da beim Informationsabend bin ich eingegangen und habe einfach gespürt, das ist meine Schule. Also das war einfach da, und das ist wichtig, dass man auf das innere Gefühl vielleicht erwacht und aufs Bauchgefühl. Dann hat man da fünf schöne Jahre darin gehabt in der Hack und danach eben, ja, und dann habe ich nach der ersten Klasse eigentlich zum Arbeiten angefangen. Und die Corona-Zeit war für viele natürlich eine schwere Zeit, aber für mich war es die beste Zeit, weil ich habe meine Schulsachen gemacht und dann am Nachmittag bin ich in die Arbeit gegangen und habe da meine Berufung gefunden, also nur meine Stärke wieder.
Birgit PoimerDas heißt aber auch für mich, den eigenen Fähigkeiten gut nachzustimmen. Bei dir ist das wirklich aufgegeben, Laura, genau, dass du bist einerseits Wirtschaft und andererseits sozial, diese Mischung in dir. Und wenn du sagst, mit Kindern, so immer Freude und es kommt auch bei diesen Tests raus. Gott sei Dank gibt es ja mittlerweile auch diese Talentetestungen, die durchgeführt werden, wo man ein bisschen schon sieht, wo habe ich denn meine Begabungen. Die eigene Berufung zu finden, ist sicher ein Prozess, ein Weg, den man schritt for shit geht. Ich denke, dort, wo sich die eigenen Stärken mit Freude and echten Bedarf der Menschen überschneidet, dort sind wir auf der richtigen Spur. Es ist noch ein dritter Punkt, den Jesus anspricht, und zwar sagt er, haltet durch, seid furchtlos, den ihr müsst mit Widerstand rechnen. Wo spürt ihr Widerstand und Schwierigkeiten? Und wie geht ihr dann damit um, wenn etwas kommt, wo ihr merkt, da ist es jetzt nicht so leicht oder da kommen Zweifel oder Ängste, Resignation, Widerstände?
SPEAKER_02Also ich muss sagen, wenn es mir an einem Tag nicht gut geht, dann liege ich am Abend im Bett und bete eben auch zu Gott und zu Jesus eben. Und bitte einfach darum, dass er mir am nächsten Tag wieder die Kraft gibt, dass ich weitermache. Und dass ich einfach nicht aufgibe, weil das Leben ist nicht immer einfach, aber das Leben ist schön. Und man kriegt da sehr viel zurück, auch wenn es nicht, wie gesagt, nicht immer einfach ist. Aber ich vertraue mich da sehr viel an Gott an und erlebe dann auch, dass er mir wieder Kraft gibt.
Birgit PoimerDanke dir. Wie ist das bei dir, Jakob?
SPEAKER_00Ja, auch eigentlich. Also es ist im Roten Kreuz natürlich die Widerstände eben auch, manchmal ist man einfach an seine Grenzen angehen. Man ist am Ende von Tag hin. Und es ist einfach, ich fordere auch darauf, dass das wieder besser wird und dass sie das Durchhaltevermögen von irgendwo wiederkehren. Also da kommt manchmal dann schon ein Schub und der Schub kommt von Gott, von Jesus.
Birgit PoimerJa, schön, ich danke euch. Ich danke euch für die persönlichen Einblicke, die ihr gewährt habt. Ich denke, es gibt ganz, ganz viele Möglichkeiten, das Reich Gottes hier zu verwirklichen. Wir alle brauchen das Gute, das Schöne, das Wahre, die Liebe, Unterstützung, Wertschätzung, Freude, Friede. Dann sind wir auf einer guten Spur. Und dazu gibt es, so wie man auch bei euch sieht, facettenreiche Möglichkeiten. Es ist nicht nur das eine, sondern es gibt ganz, ganz viele Möglichkeiten, so wie wir eben auch alle ganz unterschiedlich sind und unterschiedliche Talente haben. Ja, alles Liebe, bis bald bei den Sonntagsgesprächen, Ihre Birgit Pollmer.