Sonntagsgespräche

Dem Mysterium auf der Spur

Birgit Poimer, Sr. Maria Dolores Scherrer Season 1 Episode 4

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Gott ist und bleibt für uns ein großes Geheimnis. Über das Wesen Gottes und Wege, sich ihm anzunähern spreche ich mit Sr. Maria Dolores Scherrer, Provinzrätin bei den Kreuzschwestern in Wels. Sie teilt mit uns Einblicke in das Leben als Ordensfrau. Wir sprechen über persönliche Glaubenserfahrungen und unternehmen den Versuch, den Begriff der Dreifaltigkeit in unsere Zeit zu übersetzen.

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Ein Podcast der Pfarre Raum Wels

Host: Birgit Poimer, Schnitt: Felbermair Jakob

Birgit Poimer

Gott in Bilder oder in Glaubensformeln zu fassen, ist unmöglich, auch wenn wir es in der Kirche immer wieder versuchen. Gott bleibt das ganz große Mysterium, das wir nicht beschreiben, nicht erklären können, über das wir nur staunen können und dem wir uns anvertrauen dürfen. Diesem großen Geheimnis wollen wir heute am Dreifaltigkeitssonntag ein wenig auf die Spur gehen. Ich bin Birgit Polmer und das sind die Sonntagsgespräche, ein Podcast der Pfarrerraum Wels. Heute bei mir zu Gast, Schwester Maria Dolores Scherer, Provinzrätin in der Provinz Europa Mitte bei den Kreuzschwestern, hier bei uns in Wels. Liebe Schwester Maria Dolores, schön that du da bist.

SPEAKER_01

Danke für die Einladung, Birgit.

Birgit Poimer

Ja, ich habe mir natürlich sofort eure Homepage angeschaut, auf der du ja auch ganz groß oben bist als Provinzrätin, und da habe ich gefunden that du selber so als dein Lebensmotto schreibst, the Lebensmelodie zum Kling bringen. That is quasi dein Lightsprogramm, den ich sehr schön finde. Du spielst ja auch Harvey, ich habe dich heard, and ich finde this instrument bringt deine Lebensmelodie sehr schön zum Ausdruck. Die Harvey Instrument, einerseits alt with langer Tradition, sehr vielseitig, ganz helle Töne, sehr sanft auch, faszinierend auf jeden Fall. Ja, das passt ganz gut zu dir und zu deinem Wesen. Ich erlebe dich auch als sanft, liebevoll, strahlend, aber durchaus auch beständig. Du hast etwas zu sagen und findest dafür eigentlich immer klare Worte. Ja, liebe Schwester Maria Dolores, du bist Ordensfrau, also Nonne, und demnach hast du dein Leben Gott geweiht. Kannst du vielleicht für unsere Zuhörer und Zuhörerinnen kurz erklären, was das genau bedeutet?

SPEAKER_01

Ordensfrau zu sein, heißt ehelos leben in einer Gemeinschaft und in einem einfachen Lebensstil. Das habe ich versprochen. Wie ich die Profess abgelegt habe. Bei uns ist es keine Weihe, sondern es ist ein Versprechen, das wir ablegen. Und da haben wir das vor der Gemeinschaft und vor der Kirche haben wir das versprochen. Mein Sign, meine Kräfte, das was mir ausmacht, ist mir wichtig für Gott und für die Menschen einzusetzen. Und dabei orientiere ich mich am Evangelium, an dem, was Jesus gesagt andet.

Birgit Poimer

Darf ich dir kurz einhaken? Wann hast du this Entscheidung getroffen, dass du Nonne werden möchtest? Du bist ja noch, also ich beschreibe dich jetzt für unsere Zuhörer und Zuhörerinnen, die sehen dich ja nicht. Ich glaube, we are ungefähr im selben Alter. Ich schätze so um die 50. Plus, 50 plus, okay, that's dichotomy. Eine sehr moderne Frau, ich würde mal sagen, so die moderne Managerin, nicht so wie man sich eine klassische Nonne vorstellt, mit einem strahlingen Gesicht. So wann hast du diese Entscheidung getroffen, dass du sagst, ich möchte Nonne werden? Es ist ja nicht gerade ein üblicher Lebensweg.

SPEAKER_01

Also ich muss dazu sagen, jede Gratschwester oder jede Schwester wird das anders beschreiben, weil es jede für sich anders empfindet und erlebt und weil es bei jeder anders ist. Bei mir war es so, dass das mit mir mitgewachsen ist. Ich habe das Glück gehabt, dass ich in einer sehr christlichen Familie aufwachsen habe dürfen. Ich habe ein gutes Umfeld gehabt. Und das Spannende war einfach auch, dass unser Heimatpfarrer, der hat viel, also für uns oder für mich, also der hat mich so angesprochen, der hat für mich das so vermittelt, es zahlt sich aus, wenn du nach dem Evangelium lebst. Der hat so eine Begeisterung, so viel Freit, so viel Sinn, so viel Erfülltheit durch das Evangelium vermittelt. Also ich kann mich oft erinnern, als Jugendliche, wenn ich in der Predigt bei der Predigt war, dass ich ganz Auge und Ohr war. Also ich habe davon nicht genug gegeben, Kinder, also davon zu hören. Ich kann mich fragen, wo kommst du her? Wo kommt dieser tolle Priester oder dieser tolle Pfarrer? Ich war leider um vieles zu früh gestorben. Ich komme aus dem Innvertel, aus Schadenberg, das ist so zwischen Passau und Scherding. Ist ein Wallfahrtsort und dort dieser Priester, Pfarrer Beschek, der schon lange gestorben ist, aber der hat mich neben meiner Familie sehr wesentlich geprägt.

Birgit Poimer

Und das hast du schon als Kind so erlebt oder du hast jetzt gerade erzählt als Jugendliche. So in welchem Alter kannst du dich bewusst erinnern, dass du das auch wirklich so wahrgenommen hast?

SPEAKER_01

Also es war so zwischen 10 und 14, also ich habe zum Beispiel auch erst kommen und meine erste Beichte. Das war für mich ein Lebensereignis. Das war so was Schönes und so etwas Positives und sowas Gutes und so ein Riesenfest, also das gespiere ich heute noch. Und das ist eigentlich schön, ja. So zwischen 10 und 14 habe ich da mehr zum Suchen angefangen. Wenn du in einer traditionellen Familie aufwachst, dann wird dafür mit in den Schoß gelegt. Aber es ist dann, da kommt der Augenblick, wo du das selber suchen musst, was du dich selber finden musst, was du manches hinterfragst und was du deinen eigenen Weg selber gehst. Und das war für mich auch sehr prägend, dass meine ödere Schwester, die übrigens dann auch Kreuzschwister geworden ist, die war auch suchend. Und wir haben uns, wir haben immer wieder so in der Nacht, also am Abend beim Einschlafen, lange miteinander geredet, wie kann man das, was wir im Evangelium vermittelt können, in den Alltag umsetzen. In das Leben umsetzen. Genau. Und da war es sehr jugendliche noch. Ja, wahnsinnig. Aber mir war ich nicht nur Fromm gell. Nein, das ist jetzt Jugendlich. Also wir waren ausgeschlossen, wir haben einen Spaß gehabt. Aber es hat diese Seite auch in mir gegeben und das war was Prägendes. Für mich war es immer, und das ist heute auch noch, dass ich das, was mir wichtig ist, versuche ich auch ins Leben umzusetzen. Manchmal gelingt es mir mehr, manchmal weniger, wie wir heute Menschen sind.

Birgit Poimer

Und du hast ja mehrere Schwestern. Darf ich fragen, wie viele Geschwister hat es hier zu Hause?

SPEAKER_01

Wir sind fünf Kinder, ich habe vier Geschwister, zwei Schwestern und zwei Brüder.

Birgit Poimer

Und deine zwei Schwestern sind ebenfalls Kreuzschwestern.

SPEAKER_01

Ja, es ist ein bisschen schon außergewöhnlich. Ja, vor allem auch für diese Zeit. Bei uns Kreuzschwestern gibt es mehrere Familien, die mehrere ins Kloster gegangen sind. Aber wir haben, wie meine ältere Schwester gesagt hat, sie geht ins Kloster, habe es ich bereits für mich gewusst. Ich habe sie aber nicht gesagt. Und wie ich gesagt habe, dass ich ins Kloster gehe, hat es meine jüngere Schwester auch schon gewusst und hat es aber auch nicht gesagt. Das war so ein Suchen in einem, und erst wenn wir uns sicher waren, haben wir davon gesprochen.

Birgit Poimer

Was würdest du ihm nachgeben? Weil es ist schon sehr außergewöhnlich. Würdest du da was benennen können, wo du sagst, das war für mich, also ich glaube, da hat das und das gewirkt. Also war das dann doch die Familie, waren das die Eltern oder dieser besondere Priester oder hat es da noch was anderes gegeben? Hat es da eine lange Familiengeschichte gegeben, also dass drei Töchter ins Kloster gehen mit dieser Freude unabhängig voneinander, ist schon außergewöhnlich.

SPEAKER_01

Ich bin mir sicher, dass Familie und Pfarre uns geprägt haben. Meine Eltern haben mir führen der Pfarrer mitgeholfen. Wir haben natürlich als Kinder und Jugendliche auch mitgeholfen. Und ich meine, was schon... Also wir wissen es nicht, aber Mutti hat mir ja zu ins Kloster, gell? Und dann ist ja der Papa dazwischen gekommen. Die Papa hat nicht mehr loslassen.

Birgit Poimer

Spannend, weil du jetzt sagst, das ist so eine Erfahrung, die ich auch selber mache, dass das tatsächlich öfter so ist, wenn die Mama sozusagen etwas gerne gehabt hätten. Meine Mama wollte zum Beispiel Lehrerin werden. Für uns gibt es auffällig viele Lehrerinnen in der Familie. Dass das schon auch irgendwie dann vielleicht auch eine Wirkung hat.

SPEAKER_01

Aber Mutti hat uns gar nicht nur dazu sagen, die Eltern haben uns nie getränkt. Absolut nicht. Also da war überhaupt, da waren wir völlig frei.

Birgit Poimer

Das würde mich auch interessieren, wie haben die Eltern dann reagiert, dass ihr alle drei ins Kloster geht?

SPEAKER_01

Also bei der Maria Cordis haben sie sich sehr gefreut. Seit ich war die erste. Bei mir war es dann so, wir haben relativ viele Leute schon angesprochen, weil ich war viel in der Pfarre aktiv. Mehr übrigens trotzdem auch und war auch oft im Gottesdienst, weil mir das auch wichtig war. Und das haben mich viele Leute schon angesprochen, gehst gleich du auch ins Kloster. Und das wollte ich absolut nicht. Ich wollte nicht, dass die ganze Welt schon rede, ich gehe ins Kloster, nur bevor ich was sage darf. Das war für mich so etwas Kostbares und so, was Innerliches. Das hat eigentlich nicht angehangen in der Umgebung. Und das habe ich manchmal bei meiner Mama kundgetan, dass mir das echt nervt, dass mir so viel Leute anregen. Und ich habe gesagt, das ist ja auch wichtig, dass es Familien gibt, wo Glaube und Kirche wichtig ist und dass man das die Kinder weitergibt. Ich wollte eigentlich immer davon ablenken und habe damit meine Mama überzeugt, also die war sich sicher, ich werde den Weg der Familie gehen. Und wie dann ein Jahr vorher in der Familie das gesagt habe, dass ich ins Kloster gehe, hätte man das Gutterball nicht glauben, Kinder. Ja, weil ich einfach damit, dass das immer wieder kundgetan habe, dass ja es war mir einfach wichtig, dass nicht die ganze Welt vorher erfahren.

Birgit Poimer

Wie alt warst du dann, als du tatsächlich eingetreten bist?

SPEAKER_01

19, 19. Jetzt muss ich aber nur dazu sagen, bei meiner jüngeren Schwester, wie ich dann gegangen bin, dann war es so, dass meine Brüder gesagt haben, aber du nicht. Aber du nicht. Und die haben es echt bearbeitet. Sie hat es aber da zumals schon gewusst. Und wie Maria Regina gesagt hat, sie geht ins Kloster. Also das war echt, das war hart. Das war für meine Eltern hart, das war für meine Brita hart. Aber der Papa, der hat dann, das war für mich echt so schön, der hat dann gesagt, was kann sie dafür, dass die Jüngste ist? Sie soll und die auf einen eigenen Weg gehen.

Birgit Poimer

Schön. Schön. Ja, und natürlich jetzt die Frage, du bist jetzt schon lange dabei. Wie ist es dir dann gegangen? Hast du es jemals bereit? War es so, wie du es dir vorgestellt hast, dieses Leben auch? Welche Höhen und Tiefen erlebt man dann so in diesem ganz besonderen Glaubensweg? Es hat sich viel mit dem gedeckt, was ich mir vorgestellt habe, was ich erwartet habe.

SPEAKER_01

Ich habe irgendwie ein idealeres Bild gehabt. Wir sind lauter Menschen und wir sind alle auf dem Weg. Jeder mit eingenommen. Und es gibt Höhen und Tiefen. Und es ist aber das Spannende, dass wir alle gemeinsam im Suchen sind und alle auf dem Weg. Und einmal hängt der, wo oder einmal hängt die, wo. Und da ist einfach, wo wir dieses Auf und Ab, dieses gemeinsame Suchen aneinander erleben und uns teilweise gegenseitig aufrichten können, teilweise gegenseitig mittragen. Und das ist eigentlich total was Schendt, gemeinsam auf dem Weg zu sein.

Birgit Poimer

Das heißt, die Gemeinschaft in eurem Orden, die erlebst du als bereichernd.

SPEAKER_01

Bereichend, ja genau.

Birgit Poimer

Darf ich dir noch fragen, bevor wir jetzt sozusagen zum inhaltlichen Thema gehen, wie darf ich mir das Leben als Nonne vorstellen? Wie sieht dein Alltag aus? Es hat sich sehr viel verändert.

SPEAKER_01

Wenn ich jetzt zurück schaue, in meine ersten Ordensjahre, da waren wir noch viele Schwestern, da waren die meisten im Beruf. Und da war unser Alltag, der Tagesablauf so geprägt, dass er zum Ordensleben dazu gepasst hat. Also die Pausen, ich war da damals im Kindergarten in der Steffen-Fadinger Straßen eh, da in Wöls. Und unsere Dienstzeiten und Gebetszeiten, das hat sich gut abgewechselt. Jetzt ist es so, dass die meisten Schwestern oder kaum noch jemand im Beruf ist. Und wenn ich jetzt so schaue, und meine Aufgabe ist auch momentan sehr ordensintern, weil die in der Provinzleitung jede für einige Gemeinschaften zuständig sind, wo wir viel auswert sind. Aber so ein ganz regulärer, normaler Tag ist, dass wir beginnen um 6.30 Uhr mit dem ersten gemeinsamen Gebet. Das ist das Morgengebet der Kirche, die Lautes, wie sie ja die Priester beten, anschließend Frühstück, dann Gottesdienst oder Wort Gottes feiern, wenn kein Priester da ist. Da gehen wir meist ins Klinikum, weil es um 9 Uhr in der Pfarre für uns einfach zu spät ist. Und danach geht jede den eigenen Aufgaben nach. Das, wo so im Kalender steht, was dran ist. Mittags haben wir gemeinsames Mittagessen mit einem kurzen spirituellen Impuls am Beginn. Und dann geht wieder jede ihren Aufgaben nach. Und dann haben wir am Abend um 17.30 Uhr gemeinsame Fesper, das ist das Abendsgebet der Kirche, wie sagt die Priesterbetten. Und gemeinsames Abendessen wieder mit einem ganz kurzen spirituellen Impuls. Und dann ist der Abend zur freien Verfügung. Und was bei uns einfach nur dazu kommt, dass unser Alltag Unterbrechungen hat. Man hat es jetzt inzwischen eh schon gehört mit Laudes und Fesper und gemeinsames Mittagessen, wenn es der Kalender herpasst. Wir nehmen uns auch zwischendurch Zeiten für, aber das teilt sich jede für sich selber ein, eine Betrachtung. Ich mache es immer so, dass ich das Tagesevangelium betrachte, es ist ungefähr eine halbe Stunde. Was sagt man das heute? Was lebe ich davon heute?

Birgit Poimer

Und aber Zeiten der Stille, wo man auch in Kapelle geht. Wenn du das erzählst, dann kommt in mir natürlich die Frage, trägt dich das, diese Gebetszeiten, oder gibt es da auch so Dürre Phasen, wo man das vielleicht dann routinemäßig erledigt, aber sozusagen dann eigentlich nichts mehr spürt oder das auch eher wie eine Routine ist, als dass man tief eintauchen kann. Wie erlebst du das?

SPEAKER_01

Grundsätzlich trägt es mich, aber es ist nicht immer hochfest. Manchmal muss ich auch darum ringen. Es ist ja die Routine und das tägliche schon eine Gefahr, dass man auch dabei wach bleibt und Texte, die man schon oft gehört hat, in sich neu lebendig werden lässt. Manchmal ist es auch durch, manchmal habe ich einfach keinen Sitz mehr, wo es schwierig ist, aber dann ist es gut, trotzdem durchzuhalten, gelingt mir auch nicht immer. Manchmal gibt es wirklich düre Phasen, aber umso schöner ist dann, wenn diese Sehnsucht wieder neu kommt, so geht es mir glaube ich wie an jeden Christen. Auch wenn wir Ordensleid haben, wir haben es nicht. Wir sind trotzdem drauf wie jeder andere.

Birgit Poimer

Ja, das ist jetzt eine schöne Überleitung zu unserem Thema, dieses Wir haben es nicht. Wir können Gott nicht besitzen, ja. Wir haben uns heute kein ganz leichtes Thema gewählt. Zumindest eben nicht, wenn man den Versuch unternimmt, Gott konkret beschreiben zu wollen, ihn vielleicht wie besitzen zu wollen. Die Kirche tut sich auch schwer damit, versucht es aber immer wieder sozusagen. Ja, und so ist auch dieser Dreifaltigkeitssonntag entstanden. Vielleicht ganz kurz zur Geschichte: nach jahrhundertelangem Ringen hat man sich im Jahr 325 auf eine Glaubensformel geeignet und diese als Grundlage festgeschrieben für unser Christentum. Und diese Glaubensformel heißt, wir glauben an einen Gott, in drei Personen, also an den dreifaltigen Gott, der sich in Gott Vater, Gott Sohn, also Jesus Christus, und dem Heiligen Geist ausdrückt und offenbar wird. Ja, die Kirche versucht also, Gott zu beschreiben, ihn sozusagen in eine Formel zu pressen, was an sich ja schon schwierig ist. Ich finde, da gibt es eine sehr nette Geschichte, die eigentlich immer auftaucht, sobald es um die Dreifaltigkeit geht, die ist vom Heiligen Augustinus. Ich möchte ganz kurz als Einleitung auch so noch erzählen. Der heilige Augustinus hat ein Buch geschrieben über die heilige Dreifaltigkeit. Und da gibt es eben die Legende, dass er am Meer ist und einen kleinen Buben dabei beobachtet, wie der eine Grube gräbt und mit dem Löffel Wasser aus dem Meer in diese kleine Grube schaufelt. Und der heilige Augustinus fragt ihn eben, was er denn da tut. Und der Junge sagt, er will das Meer trocken legen. And that kostet dem Augustinus natürlich nur ein Lächeln. And he said, And darauf erwidert the junge, es wird mir leichter gelingen, das Meer trocken zu legen with my klein Löffel, als du auch nur Dreifaltigkeit or quasi over the wisdom Gottes sagen könntest. I think this is a wonderful vergle that God is so gross, so a ries my unfassbar for us, that it's not in a way verbal fest. What is that God offenbars in the Menschen, in you, in me, and it is this annähing God not to beschreiben in begriffen, in etwas theoretisch, sondern in a person sozusagen zu erfassen, dadurch wie er eben wirkt im Leben eines jeden Menschen. So, nun meine Frage an dich. Wie würdest du Gott persönlich für dich beschreiben?

SPEAKER_01

Ich brauche Gott sei Dank kein Burchschreiben. Und du bist dir bewusst, dass ich keine Theologin bin. Ich habe eine Theologie studiert. Das nimmt mir eigentlich einen Druck. Das ist gut. Weil das Thema ist echt schwierig. Du hast mich nach ein Erleben, wie erlebe ich Gott gefragt. Gott Erleben und Glauben. Du hast mich noch nicht nach meinem Glauben gefragt, sondern nach dem Erleben. Das gehört in gewisser Weise auch zusammen. Ich erlebe Gott teilweise als sehr nahe. Als an der um mich herum in mir jederzeit und immer verfügbar ist. Er ist einfach da. Er hat selber gesagt, also zum Mose, ich bin der, ich bin da. Und das ist auch für mich. Es kommt halt darauf an, wie sehr erg so gewaltig. Er ist da und drängt sie nicht auf. Er wartet, bis sie selber kommt. Und das ist, es ist ungemein wo Schön. Und er zeigt, wenn ich, der Frühling ist natürlich eine schöne Zeit. Ja, genau. Wenn ich dann wieder schaue, wie schön die Welt ist, wenn ich eine Blume anschaue, die ganze Schöpfung, das bringt mir alles so zum Staunen. Oder der Mensch an sich, das alleine, es gibt, es gibt 8,3 Milliarden Menschen, jetzt. Und die Welt steht schon so lang und wird nur lang stehen. Und jeder Mensch ist als Individuum, es gibt keinen Menschen, zweimal. Und das alleine, dass Gott die gleiche Sorge, also er ist für alle gleich da. Und das ist irgendwie so unfassbar für mich. Das ist etwas, wo mich Gott ungemein zum Stauen bringt.

Birgit Poimer

Das war jetzt eine wunderschöne Beschreibung. Das heißt, du erlebst ihn einerseits in dir, als ein Gegenüber, das immer da ist für dich. Also auch in der Schöpfung, dieses ganz große, dieser Schöpfer, wo man sich fragt, wie kann das alles überhaupt sein in dieser Komplexität, dieser Vielfalt. Aber auch, du hast da gesagt, auch im Gegenüber, also auch im Menschen. Du kannst Gott sozusagen auch im anderen entdecken und dich dadurch auch wieder faszinieren und inspirieren lassen. Es ist schon sehr facettenreich. Gibt es auch so etwas wie, manche Menschen erleben ja so ganz spezielle Erfahrungen. So oft spricht man auch von mystischen Erfahrungen, so von besonderen Begegnungen, wo man den Eindruck hat, das war ein besonderer Moment, der mich einfach geprägt hat oder wo ich Gott auf eine spezielle Art und Weise erfahren habe. Hat es das in deinem Leben schon gegeben?

SPEAKER_01

Es hat es immer wieder gegeben. Ich kann das jetzt gar nicht festhalten an besonderen Erlebnissen, aber das hat es immer wieder so in Gebetszeiten gegeben. Oder in Zeiten, wo ich ungemein dankbar war für das, was ich erleben darf oder in welcher Umfahrt ich gekommen bin. Also das waren Zeiten, es war meistens so, wo dieses große Staun in mir da war. Und auch dieses, dass dieses viel größere. Und selber fühlt man sich manchmal so klar. Aber trotzdem so geliebt von Gott und einfach eingebunden. Und es ist schwierig zu sagen. Das waren eher so kostbare Augenblicke, die ich immer wieder erleben habe werfen.

Birgit Poimer

Und hast du das Gefühl, das hat es immer schon in deinem Leben gegeben? Oder gibt es da so einen Moment, wo du sagst, da habe ich das das erste Mal so gespürt? Dieses Erstaunen, dieses Geliebtsein, dieses Gefühl, das du da beschreibst, von besonderer Verbundenheit?

SPEAKER_01

Es hat, also ich muss sagen, ich glaube, ich habe das Glück gehabt durch das, dass man das so in den Schoß gelegt worden ist, dass das in mir schon lange da ist. Ich habe das Gefühl, das ist immer da. Ein besonderer Augenblick war für mich schon, da habe ich irgendwann einmal so eine Revue passiert, mein Leben zurückgeschaut. Und es ist in meinem Leben nicht alles in der großen Richtung gegangen. Ich habe selber immer wieder eigentlich andere Lebenspläne gehabt, was Beruf betrifft. Da hat es immer wieder auch durch Kreuzungen gegeben, wo der Weg anders gemeint ist, als wie ich gern gehabt hätte. Aber Da weiß ich mal, wie ich so zurückgeschaut habe und wie ich dann gemerkt habe, es geht ein roter Faden durch mein Leben. Also das war für mich Gott weiß, was er mit mir vorhat. Auch wenn ich das anders vorgehabt hätte und wenn es manchmal nicht leicht war, den Weg anders zu gehen, ist mir manchmal schwer gefallen. Aber es hat mich im Einlassen in die anderen Wege, alleine mein Berufswunsch, ich wollte eigentlich immer Pastoralassistentin werden. Und das ist immer, also das ist zwar in meinem Leben in eine andere Richtung, ich war zwar knapp davor und es hat sich anders ergeben. Und im Rückblick habe ich genau das, was ich im Beruf als Pastoralassistentin gesucht habe, auch in dem gefunden, was ich dann letztendlich da habe. Und diese rote Foden zu sehen, das hat mich eigentlich lustig, würde ich irgendwie für mich immer was mitstaunen.

Birgit Poimer

Und das ist absolutes Vertrauen, oder? Ja. Wenn man dann weiß, ich kann wirklich völlig vertrauen. Und das Schöne ist ja in unserem Glauben, dass dieses Vertrauen, dass das sozusagen über das irdische Leben hinausgeht, das gibt schon ein gutes Gefühl von eigentlich von Sicherheit oder von sich einfach fallen lassen können. Ich habe noch eine sehr schwere Frage für dich. Wenn wir von Dreifaltigkeit sprechen, also dieser Versuch der Kirche, Glaube irgendwie in Worte zu pressen, in Formen zu pressen, in Worte zu finden, auch für das, was wir glauben? Hättest du eine Antwort für den ganz normalen Mann, die Frau auf der Straße, die vielleicht Jesus Christus auch gar nicht kennt oder die mit dem christlichen Glauben gar nicht vertraut ist, was würdest du sagen? Was ist so Kern unseres Glaubens? Was ist Kern der Botschaft? Wie würdest du in deinen Worten das Wesentliche des christlichen Glaubens zusammenfassen? Das ist wirklich schwer. Weil da kommt man einen Tag lang reden drüber. Aber wir versuchen, es gibt eben Sachen, die man in einer Minute nicht sagen kann. Ist es nicht wert, gesagt zu werden? Die orientieren wir uns jetzt.

SPEAKER_01

Für mich ist neben Gott, dem Schöpfer, ist die Botschaft oder das Leben Jesu sehr prägend. Er ist als Gott Mensch geworden, war einer von uns und hat uns ganz viel vom Himmel erzählt, von Gott erzählt, hat uns vorgelebt. Er war einer von uns und hat uns das vorgelebt, was Gott wichtig ist und wie Gott sich uns vorstellt oder was er von uns erwartet. Und was es heißt, gut sein, den anderen Menschen zu lieben, weil Gott ist die Liebe. Und dass Jesus am Kreuz gelandet ist und auferstanden ist, ist für uns Christen oder für mich als Christ, als Ordensfrau die grosse Botschaft, es hat nicht das Leid, das letzte Wort, sondern Gott und das Gute und das Leben.

Birgit Poimer

Du hast gerade gesagt, was Gott erwarten würde oder wie er uns gedacht hat. In fünf Begriffen. Wie hat er uns gedacht? Oder was würdest du dann einem Menschen mitgeben zu sagen, leb so, wie du gedacht bist. Wie würdest du das formulieren?

SPEAKER_01

Da kommt mir jetzt wieder das mit der Lebensmelodie. Jeder Mensch ist anders und wir dürfen das, was in uns schlummert, lebendig werden lassen. Das darf in die Tat umsetzen. Wir dürfen uns entfalten. Gott will, dass wir uns entfalten. Gott will, dass es uns gut geht. Und Gott hat uns mit einem freien Willen ausgestattet. Auch wenn uns manche Hoppalas im Leben passiert, wir dürfen immer wieder nachher auffangen und wir dürfen immer wieder wieder nachprobieren. Und es ist ganz wichtig, dass wir immer wieder aufstehen. Und es, was uns im Glauben wichtig ist oder das, was uns aneinander kostbar ist, zum Ausdruck bringen uns darum befreien und uns gegenseitig ermutigen.

Birgit Poimer

Ich würde sagen, das war schon ein wunderschönes Schlusswort, uns entfalten zu dürfen, immer wieder neu beginnen zu dürfen. Es darf uns gut gehen. Schön, dass Gott so facettenreich ist, dass er sich das in 8,4 Milliarden Menschen, die momentan hier leben, auch sich in ihnen ausdrückt. Ich danke dir für das Zeugnis, dass du heute da warst. And diese ermutigenden Worte. Danke, Birgit. Bis bald bei den Sonntagsgesprächen, Ihre Birgit Pollmer.